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Rolf_Fanecke_2 Fan-Club-Vorsitzender Rolf Rojek hat nach 40 Jahren noch königsblaue Träume

"Den FC Schalke 04 kann man nicht mit anderen Clubs vergleichen. Schalke 04 ist einzigartig". Rolf Rojek (Foto r. mit Michael Rosenberg, Vorstandsvorsitzender der Victoria Lebensversicherung) muß es wissen. Der Vorsitzende des Schalker Fan-Club Verbandes, der mitgliederstärksten unabhängigen Fan-Organisation der Fußball-Bundesliga, ist ein "echter" Schalker - seit Kindesbeinen.

Der heute 47-jährige ist in der Nähe des Schalker Marktes geboren. Bereits als siebenjähriger Kicker-Knirps schnupperte er königsblaue Luft: "Ich habe damals noch die alte Glückauf-Kampfbahn kennengelernt", erzählt er und zeigt alte Schwarzweiß-Fotos vom allerersten Stadion "seines" FC Schalke 04.

"Glückauf-Kampfbahn" - da fallen Fußball-Kennern klangvolle Namen und ganze Serien von Erfolgen der "Knappen" ein. Kuzorra, Szepan, Tibulski. Sie spielten mit ihrem berühmt-berüchtigten "Kreisel" alle Gegner schwindelig, kein deutscher Verein konnte ihnen Paroli bieten. Die Erfolge können sich sehen lassen: allein sechs Deutsche Meisterschaften zwischen 1934 und 1942.

Rund zwei Jahrzehnte später, in den sechziger Jahren, trat Rolf Rojek zum ersten Mal vor die Lederkugel. Übungsleiter war u.a. Günther Thon, der Vater des Schalker Nationalspielers Olaf Thon (35). Rojek: "Von ihm habe ich viel gelernt".

Rojek engagierte sich von der Jugend an für seine "Knappen". Im Schalker Fan-Club Verband ist er seit 17 Jahren Vorstandsmitglied. Eine lange Zeit, in er einiges bewegt hat. Die Zahlen sprechen für sich. Rojek: "Als ich anfing, hatten wir ganze 54 Fan-Clubs".

Heute ist die größte unabhängige Fan-Organisation der Bundesliga auf mehr als 470 angewachsen, allein 22 Fan-Clubs schlossen sich in der vergangenen Saison dem Netzwerk an. Und rechnet man noch jene Fan-Clubs hinzu, die sich noch nicht zum vollständigen Beitritt in den Dachverband entschlossen haben aber schon Mitglied sind, gehören dem Verband 1035 Fan-Clubs an - weltweit. Denn: Das Schalker Königsblau kennt keine Grenzen.

An der Erfolgsgeschichte des S.F.C.V. hat Rolf Rojek, der seit sieben Jahren auch Mitglied des Schalker Aufsichtsrates ist, gehörigen Anteil. "Ganz wichtig ist eine generalstabsmäßige Organistion", sagt Rojek, der dem Verband eine dezentrale Struktur gegeben hat. So gibt es deutschlandweit 20 Bezirksleiter, die in ihren Region Ansprechpartner für die Fan-Clubs sind. "Dadurch stellen wir sicher, dass wir überall einen schnellen und direkten Service leisten können", sagt Rojek.


Beispiel Pokal-Finale im Mai 2001 in Berlin. Innerhalb weniger Tage schaffte es der Verband, die An- und Abreise von mehr als 2.000 Fans mit zwei Sonderzügen in die Spreestadt zu organisieren. "Wir sind halt ein tolles Team", sagt Rojek, der in der Geschäftsstelle an der Horster Straße 304 von zehn hauptamtlichen und sechs Teilzeitmitarbeitern unterstützt wird. "Das sind zum Größtenteil ehemalige Arbeitslose, denen wir hier wieder einen Job geben", sagt Rojek.

Victoria-Riesentrikot wandert über die Fan-Tribüne

Schnell, unkompliziert und partnerschaftlich hat Rojek auch die Zusammenarbeit zwischen dem Schalker Fan-Club Verband und der Victoria, dem neuen Schalker Hauptsponsor, organisiert. "Die ersten Wochen sind gut angelaufen", sagt Rojek - und erinnert an die Übergabe des mehr als 400 m² großen Trikots der Victoria an die Schalker Fans in der Nordkurve der neuen Arena AufSchalke im Rahmen der Stadioneröffnung. Seitdem "wandert" das Victoria-Riesentrikot bei jedem Heimspiel über die Köpfe der Fans und Anhänger des S04.

Rolf Rojek, 40 Jahre ist er "auf Schalke". Er hat alle Höhen aber auch alle Tiefen des Ruhrpott-Vereins miterlebt. Hat so einer noch Träume? "Natürlich!", grinst er - möglichst viele Siege gegen den Revier-Nachbarn aus Dortmund zum Beispiel. Und in der laufenden Saison hofft Rojek auf einen möglichst langen internationalen Einsatz "seines" FC Schalke 04. Will heißen: Das Überstehen mindestens der Vorrunde der Champions League ("Das wird jetzt aber sehr schwer") und dann, mit ein wenig Glück und Cleverness, vielleicht sogar das Erreichen des Halbfinales oder gar das Finales - ein königsblauer Traum.

So wie 1997, als Schalke 04 sich gegen Inter Mailand durchsetzte und UEFA-Pokal-Sieger wurde. "Das waren", erinnert sich das Schalker Urgestein, "einige meiner schönsten Stunden..."