"Power-Oma" fiebert seit 40 Jahren mit Schalke 04
Irene Terzenbach schwärmt von "ihrem" Mike Büskens
Sie ist 84 Jahre – jung. Und fast genau die Hälfte ihres Lebens hat sie dem FC Schalke gewidmet: Irena Terzenbach lebt mit und für ihren Verein. Schon ein Rundgang durch die Wohnung macht deutlich, dass die "Knappen" ihr Leben sind: Neben der Küche hängen in "Königsblauen" und auf einer Vitrine glänzen Erinnerungen an mehr als vier Jahrzehnte mit "ihrem" Verein. "Grüße aus Andalusien", hat ihr Schalkes Profi Mike Büskens auf einen Bierkrug geschrieben. Büskens ist nicht etwa irgendeiner der Schalker Spieler. "Der Mike" ist schon ihr Liebling unter den Schalker Stars.
Irene Terzenbach, die in einer typischen Zechensiedlung in Katernberg nicht sehr weit vom Stadion entfernt wohnt, kennt alle Schalker: Trainer Huub Stevens, Manager Rudi Assauer, Betreuer "Charly" Neumann, Fan-Club-Chef Rolf Rojek und, natürlich, alle Spieler. Nicht nur die aktuellen, sondern alle der letzten 40 Jahre.
Schließlich war die rüstige 84-jährige bei jedem Trainingslager und bei fast allen Spielen der "Königsblauen" mit von der Partie. Auch bei allen internationalen, versteht sich. Das schönste Stadion? "Eindeutig das in Mailand". Jener Ort, wo die "Knappen" 1997 den UEFA-Cup holten. "Da hab´ ich vielleicht gezittert", sagt sie. Erst recht, als sie sah, dass Ingo Anderbrügge zum Elfmeter anlief. "Aber er hat ja getroffen", erinnert sie sich, "da fingen alle an zu heulen."
Bei den Sporfreunden Katernberg nahm 1945 alles seinen Anfang. Irene Terzenbach war aus dem polnischen Küstrin (Kostrzyn) geflüchtet. Ihr Onkel Walter, Platzwart in Katernberg, nahm sie irgendwann mit in die Glückauf-Kampfbahn. Terzenbach: "Zu Fuß waren das nur ein paar Minuten". Danach war sie, vor allem aber ihre Kinder, vom "Schalke-Virus" infiziert.
Vor mehr als zehn Jahren gründete die rüstige Rentnerin mit ihrem Sohn Ulrich den S04-Fanclub Essen-Nord. Zusammen kauften sie einen schrottreifen Bus, brachten ihn wieder in Ordnung – und düsten damit durch Deutschland und Europa. Dort wo Schalke 04 war, da war und ist auch Irene Terzenbach zu finden.
Natürlich auch in Berlin, wo die Schalker im Mai dieses Jahres deutscher Pokalsieger wurden. "Ein tolles Fest", erinnert sie sich. Auch im Dachverband des
Schalker Fan-Club Verbandes) (S.F.C.V.)hat sie sich drei Jahre lang engagiert. Für sie eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Irene Terzenbach: "Wenn ich Schalker bin, dann ganz."
Dazu gehört auch, dass sie sich so ihre Gedanken macht über das Schalker Spiel und die einzelnen Akteure. Beispiel Neuzugang Matellan: "Der muss doch auf dem Platz zeigen können, was er kann. Sonst weiss ich nicht, warum sie den überhaupt geholt haben."
"Victoria? Nie gehört." Den neuen Schalker Hauptsponsor kannte sie vor Beginn der Saison 2001/2002 überhaupt nicht, gibt sie unumwunden zu. "Macht aber nichts", sagt sie, lächelt – und freut sich, dass "die Victoria Schalke unterstützt. Solche Sponsoren brauchen wir."
In der neuen Arena war sie noch nicht allzu oft. Die Gesundheit spielte nicht bei allen Heimspielen im Super-Stadion mit. Aber spätestens bei der Heimpartie gegen den FC Bayern München Ende Januar, da will sie wieder dabeisein. Im Block F auf der Victoria-Tribüne. Dort wird die "Power-Oma" (RTL-Moderator Hans Meiser über Irene Terzenbach) dann mit ihrem FC Schalke fiebern. So wie in all den Jahren. Eine Alternative? Nein, die gibt´s für sie nicht. Irene Terzenbach: "Soll ich etwa zum Kaffekränzchen gehen..?"