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6.6.2010
ERGO-Nationalelf-Betreuer Markus Vetter ist gerne „Mädchen für Alles“


35 Jahre trat er selbst vor die Lederkugel. Dann entschied sich Markus Vetter, vom aktiven Spielerpart auf die Betreuerseite zu wechseln. Doch dass er einmal Schalkes Ex-Profi Olaf Thon assistieren würde, damit er hätte er wohl nie gerechnet.

Markus Vetters Einsatz im Auswahlcamp zur ERGO-Nationalelf ist ein Novum, eine Premiere der besonderen Art. Der 51-Jährige Schalke-Fan aus dem zwischen Köln und Bonn gelegenen Bornheim bewarb sich auf den erstmals in diesem ausgeschriebenen Platz als Team-Betreuer – und erhielt prompt den Zuschlag.

betreuer Der Mann mit den Bällen: Markus Vetter gewann einen Platz als Betreuer der ERGO-Nationalelf - und genießt den Job.

Kein Wunder, Vetter kennt den Amateurfußball von der Pike auf. Mehr als drei Jahrzehnte spielte er bei „seinem“ Verein, dem SSV Merten. Der Klub aus der 5.000-Einwohner-Gemeinde bei Bornheim kickt derzeit in der Landesliga. In seiner aktiven Zeit erlebte Vetter zahlreiche Auf- und Abstiege. Und auch seine Betätigungsfelder auf dem Fußballplatz veränderten sich im Laufe der 35 Jahre: „Wie das so ist: Ich habe vorne angefangen“, sagt er, „und hinten aufgehört.“

Irgendwann entschied er dann für sich: „Die aktive Zeit als Spieler ist beendet“. Das war der Beginn seines zweiten Fußball-Lebensabschnitts. Denn Vetter ist seitdem Betreuer seines Landesliga-Teams. Kernaufgaben? „Eigentlich alles. Vom Anrühren der Magnesium-haltigen Getränke für unsere Spieler, über das Ausfüllen des Spielberichts und das Bereitstellen der Trikots.“ Kurz gesagt: Vetter ist beim SSV Merten Mädchen für Alles. Und zwar mit Leidenschaft.

Und weil ihm der Job an der Seitenlinie Spaß macht, schickte Vetter auch sofort seine Bewerbung ab, als erfuhr, dass die ERGO in diesem Jahr zum ersten Mal einen Betreuer für die Nationalelf sucht. Wobei er, am Samstagmorgen auf Schalke kaum im Amt, schon feststellen musste: „So aufwendig wie in meinem Heimatverein ist das hier für mich nicht. Hier ist ja wirklich für alles gesorgt.“

Doch wo immer Hilfe gebraucht wird, packt Markus Vetter bei der ERGO-Nationalelf mit an. Dabei bleibt dem Schalke-Fan und -Mitglied („Ich war bestimmt schon 100 Mal im Parkstadion und in der Arena“) noch genügend Zeit, Chefcoach Olaf Thon über die erfahrene Schulter zu schauen. Ein Vergnügen, um das ihn viele beneiden. Vetter weiß, dass er das große Betreuer-Los gezogen hat und gibt das auch gerne zu: „Das ist hier schon der besondere Luxus. Bei so einer Aktion dabei sein zu können, das ist ein Privileg, es ist ja nicht nur die Nähe zu Olaf Thon, auch die anderen Spieler und Betreuer sind 1a.“ (lü)